Mit Kindern über Krisen sprechen
Kinder merken schnell, wenn etwas nicht stimmt – an Nachrichten, an Gesprächen der Erwachsenen, an Stimmungen. Schweigen beruhigt sie selten. Ehrliche, einfache Worte schon.
Zuhören und ehrlich antworten
- Nimm die Sorgen deines Kindes ernst und lass es mit seinen Ängsten nicht allein.
- Hör zu, wenn es Fragen stellt, und antworte ehrlich, einfach und klar.
- Dräng nicht zum Reden. Manche Kinder brauchen Zeit.
- Erklär auch deine eigenen Gefühle so, dass dein Kind sie versteht. So lernt es: Sich in einer Krise unsicher zu fühlen, ist normal.
Sicherheit geben
Kinder brauchen das Gefühl, beschützt zu sein. Sätze wie „Wir passen auf dich auf“ oder „Wir sind vorbereitet“ helfen. Ein Vorrat und ein Familienplan sind auch dafür gut – du kannst ehrlich sagen, dass ihr euch gekümmert habt.
Gemeinsame Aktivitäten helfen ebenfalls. Für den Notfall empfiehlt das BBK außerdem einen Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel mit Name, Geburtsdatum und Adresse des Kindes.
Jedes Kind reagiert anders
Manche Kinder können sich schlecht konzentrieren, haben Albträume, sind ängstlich oder gereizt. Andere zeigen gar keine Reaktion. Begegne all dem mit Verständnis. Ältere Kinder verarbeiten Gefühle oft beim Malen oder Schreiben, jüngere im Spiel.
Nachrichten dosieren
Schaut altersgerechte Nachrichten gemeinsam an statt allein. Begrenze auch deinen eigenen Medienkonsum – feste Zeiten am Tag helfen allen.
Wann du Hilfe holen solltest
Die meisten Reaktionen auf Krisen sind normal. Wenn du dir große Sorgen machst, sprich mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt, einer Beratungsstelle oder einer Kinder- und Jugendpsychotherapeutin.
- Österreich: Rat auf Draht, Telefon 147, der Notruf für Kinder und Jugendliche
- Deutschland: Nummer gegen Kummer, kostenlos für Kinder, Jugendliche und Eltern