Familie erreichen, wenn das Netz ausfällt – SMS, Akku, Radio, Suchdienst
Nach einem Unglück oder in einer Krise wollen alle gleichzeitig wissen, ob es ihren Liebsten gut geht. Die US-Kommunikationsbehörde FCC erklärt: Wenn viel mehr Menschen als sonst zur selben Zeit telefonieren, kann das Netz überlastet sein. Mit ein paar Absprachen kommt eure Nachricht trotzdem an.
Schreiben statt anrufen
- Schick eine SMS. Laut FCC kommen Textnachrichten oft noch durch, wenn ein Anruf nicht klappt – und sie lassen im Netz Platz für Notrufe.
- Halte Anrufe kurz und telefoniere nur, wenn es wirklich wichtig ist.
- Klappt ein Weg nicht, versuch einen anderen: SMS, E-Mail oder ein Festnetztelefon.
- Nicht sofort neu wählen: Die FCC rät, etwa 10 Sekunden zu warten, bevor du es noch einmal versuchst.
Eine kurze Nachricht genügt: „Mir geht es gut. Ich bin bei … Ich melde mich wieder.“
Eine Kontaktperson weit weg
Die FCC empfiehlt, eine Person außerhalb der eigenen Gegend als zentrale Ansprechperson festzulegen – und dass alle in der Familie wissen, bei wem sie sich melden, wenn sie getrennt werden. Das kann jemand in einer anderen Stadt oder im Ausland sein. Wer sich gegenseitig nicht erreicht, meldet sich dort, und die Kontaktperson gibt die Nachrichten weiter.
Akku sparen
- Weniger und kürzer telefonieren schont laut FCC auch den Akku.
- Halte geladene Akkus, eine Powerbank und ein Ladekabel fürs Auto bereit. Eine aufgeladene Powerbank empfiehlt auch das BBK.
Nummern auf Papier
Das BBK empfiehlt eine Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier. Ist der Akku leer, hilft das Telefonbuch im Handy nicht weiter. Schreibt eure Treffpunkte gleich dazu.
Radio: wissen, was passiert ist
Für den Fall, dass Internet und Mobilfunk ausfallen, empfiehlt das BBK ein Radio mit Batterie, Solarzelle oder Kurbel. Auch das Autoradio ist laut Innenministerium eine Möglichkeit. In Österreich informiert bei einem Blackout der ORF-Notfallradiosender rund um die Uhr. Folge den Anweisungen der Behörden.
Vorher absprechen
Am besten besprecht ihr jetzt in Ruhe:
- Wer ist unsere Kontaktperson weit weg?
- Wo treffen wir uns in der Nähe – und wo weiter weg, falls unser Viertel nicht sicher ist?
- Wer holt die Kinder, wer kümmert sich um ältere Angehörige?
Wenn ihr euch verloren habt: der Suchdienst
Wurden Familien durch Krieg, Katastrophen oder Flucht getrennt, hilft der Suchdienst des Roten Kreuzes. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und 192 nationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften bilden dafür ein weltweites Netz („Restoring Family Links“). Es sucht vermisste Angehörige, vermittelt Nachrichten, wenn Telefon und Post nicht gehen, und hilft Familien, wieder zusammenzukommen.
- In Österreich: Suchdienst des Österreichischen Roten Kreuzes, Telefon 01 58900 318, E-Mail tracing@roteskreuz.at. Das Rote Kreuz empfiehlt ein persönliches Gespräch; es gibt auch ein Online-Formular.
- In Deutschland: der DRK-Suchdienst.
- In anderen Ländern: der Suchdienst der dortigen Rotkreuz- oder Rothalbmond-Gesellschaft oder die Website familylinks.icrc.org.
Quellen
- FCC (US-Kommunikationsbehörde): Tips for Communicating in an Emergency
- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (11/2025)
- oesterreich.gv.at: Verhalten bei Blackout (BMI)
- IKRK: Restoring Family Links
- Österreichisches Rotes Kreuz: Suchdienst
- Österreichisches Rotes Kreuz: Personensuche
- DRK-Suchdienst