Schutz suchen und Anlaufstellen – wohin im Ernstfall?
Die meisten Menschen sind in einem Notfall zu Hause am besten aufgehoben. Trotzdem lohnt es sich zu wissen, welche Räume schützen und wo es Hilfe gibt, wenn Telefon und Strom ausfallen.
Welche Räume schützen?
Bei Explosionen oder herumfliegenden Trümmern schützen laut BBK am besten:
- innenliegende Räume mit wenigen Außenwänden, Türen und Fenstern
- am besten fensterlose Kellerräume
- ohne Keller: Treppenhaus, Badezimmer oder Flur im Inneren des Gebäudes
- Faustregel: zwei Wände zwischen dir und draußen
Meide das Dachgeschoss – ein Dach schützt kaum. Unterwegs können öffentliche Gebäude wie Schulen, Museen, Tiefgaragen oder U-Bahn-Stationen Schutz bieten. Halte dort Abstand zu Eingängen, Fenstern und Türen und nutze keine Aufzüge.
Und öffentliche Schutzräume?
In Deutschland gibt es laut BBK noch 579 öffentliche Schutzräume, die aber weder funktions- noch einsatzbereit sind. Bund und Länder arbeiten an einem neuen Konzept und an einem digitalen Verzeichnis von Zufluchtsorten. Bis dahin gilt: Schutz suchst du im nächsten stabilen Gebäude.
Anlaufstellen bei einem Blackout
Deutschland: Viele Gemeinden richten Katastrophenschutz-Leuchttürme ein – oft in Feuerwehrhäusern, Rathäusern oder Gemeindehallen. Sie sind an einem bundesweit einheitlichen Logo erkennbar und werden nur im Ernstfall geöffnet. Dort bekommst du Informationen und kannst einen Notruf absetzen, wenn das Telefonnetz ausgefallen ist. Sie ersetzen aber nicht deine eigene Vorsorge.
Österreich: Laut Innenministerium bleiben bei einem Blackout alle Polizeiinspektionen als Anlaufstellen besetzt. Frag bei deiner Gemeinde, ob auch Gemeindeamt oder Feuerwehrhaus als Anlaufstelle dienen.
Wien: Die Stadt hat mit Religionsgemeinschaften die „Lichtinseln“ entwickelt – Räume für Menschen, die im Krisenfall Information oder ein Gespräch suchen. Sie sind für alle offen, egal welcher Religion, und an Kerzen oder Laternen am Eingang erkennbar. Die Religionsgemeinschaften informieren ihre Nachbarschaft darüber.
Im akuten Notfall
Funktioniert das Telefon, ist der Notruf immer der schnellste Weg: 112 in ganz Europa, in Österreich auch 144, 122 und 133, in Deutschland 110.
Quellen
- BBK: Explosionen – hier finden Sie Schutz
- BBK: Schutzbauwerke
- Bezirksamt Treptow-Köpenick (Berlin): Katastrophenschutz-Leuchttürme
- oesterreich.gv.at: Verhalten bei Blackout
- ORF Wien: Wien testet „Lichtinseln“ für Krisensituationen (17.04.2024)
- BBK: Was tun bei Hochwasser?
- oesterreich.gv.at: Verhalten bei Giftgaswolken