Strahlennotfall und Jodtabletten – was wirklich hilft
Ein schwerer Unfall in einem Kernkraftwerk ist sehr unwahrscheinlich. Wenn er passiert, kommt es vor allem auf eines an: rechtzeitig ins Haus und drinnen bleiben. Das schützt am besten.
Wie du gewarnt wirst
In Österreich warnen Sirenen und AT-Alert, in Deutschland Cell Broadcast, Warn-Apps, Radio und Fernsehen. Informationen gibt es in Österreich über den ORF und notfallschutz.gv.at.
Bevor die Luft belastet ist
- Nachbarn verständigen – an Kinder, Menschen, die Hilfe brauchen, und Menschen mit wenig Deutschkenntnissen denken.
- Haustiere, Spielzeug und Wäsche hereinholen.
- Regenwassersammeln stoppen, Behälter abdecken.
- Darauf einstellen, bis zu zwei Tage drinnen zu bleiben – meist nicht länger. Ein Vorrat zu Hause macht das leicht.
Während die Luft belastet ist
- Drinnen bleiben, möglichst weit innen, weg von Fenstern. Fenster und Türen schließen, Lüftung und Klimaanlage aus.
- Abkleben von Fenstern und Türen ist laut Innenministerium nicht nötig.
- Wenn du kurz hinaus musst: Schuhe und Oberbekleidung vor der Wohnung ausziehen, danach duschen.
- Kein Obst und Gemüse aus dem Garten ernten oder essen.
- Das Wasser aus der öffentlichen Leitung gilt als sicher.
Jodtabletten
Jodtabletten schützen nur die Schilddrüse und nur vor radioaktivem Jod – nicht vor anderer Strahlung.
- Nur nehmen, wenn die Behörden ausdrücklich dazu auffordern. Zu früh oder zu spät genommen schützen sie weniger. Eine vorbeugende Einnahme auf eigene Faust kann laut BfS der Gesundheit schaden.
- Kinder, Jugendliche und Schwangere sind am meisten gefährdet und werden zuerst geschützt.
- Erwachsene ab 40 (Österreich) bzw. über 45 (Deutschland) wird von der Einnahme abgeraten – die Nebenwirkungen überwiegen den Nutzen.
- In Österreich gibt es Kaliumjodid-Tabletten in Apotheken und über behördliche Ausgabestellen. In Deutschland lagern die Länder die Tabletten und verteilen sie im Ereignisfall, zum Beispiel über Rathäuser, Feuerwehrhäuser oder Apotheken.
- Wer eine bekannte Schilddrüsenerkrankung hat, spricht vorher mit der Ärztin oder dem Arzt.
Danach
Böden und Möbel feucht reinigen, Teppiche nicht ausklopfen, sondern saugen oder nass reinigen. Häufig Hände und Haare waschen. Sandkisten neu befüllen, Spielgeräte abspritzen. Die Behörden sagen, wann die Gefahr vorbei ist.